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Performance

 
MY JERUSALEM
Münster, Performance-Festival HYBRID, 2001
Solo-Performance
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Foto: Matthias Zölle

 

Über das Projekt:
 
Eine Nachrichtensprecherin am Tisch liest kühl einen in der Ich-Form erzählten Text, der von den Erlebnissen einer Deutschen in Israel handelt. Immer wieder unterbricht sie sich und läßt Stimmen und Geräusche aus Jerusalem zu Wort kommen. Stimmen arabischer Kinder im Sukh der Jerusalemer Altstadt, jüdische Orthodoxer beim Beten, eine israelische Radiostimme, Muezzins, die gegen Kirchenglocken ansingen etc. Sie setzt ihre eigene Stimme und das Geräusch eines Wasserkessels dagegen, die ein Effektgerät in einen Chor bzw. in ein Schlagzeug verwandelt.
Es entsteht eine Art Feature, das die Zerissenheit des Landes, aber auch die der Erzählerin spiegelt. Handlungen zwischen den Leseparts spiegeln diese Stimmung: Ein Koffer, der nicht gepackt werden kann, Hefeteig, der zum jüdischen Challa, zum „christlichen“ Osterzopf, zum arabischen Fladenbrot geknetet wird, Luftpostbriefe, die mit hebräischen Schriftzeichen versehen werden, gefaltet wie Flugzeuge und Einzelnen aus dem Publikum überreicht, mit der Übersetzung des jeweiligen Begriffs. Insgesamt ergeben die Worte eine Zeile aus einem Gedicht des israelischen Dichters Yehuda Amichai: "we are the instruments of a hard love". Zum Schluß verläßt die Nachrichtensprecherin den Raum in einem großen Koffer, Kopf und Beine sind noch sichtbar.
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