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Performance


LIVING.APART.TOGETHER
Münster, Köln, Friedrichshafen, 2001/2000
cuba cultur, Moltkerei, Plattform
Performance mit Klaus Wallmeier
LivingApart
Fotos: Matthias Zölle

 

 
Über das Projekt:
 
living.apart.together, der Modebegriff aus der Beziehungssoziologie, gibt dieser Duo-Performance den Titel. Frei nach dem Motto "Love is a battlefield" und genauso frei nach Texten der amerikanischen Lyrikerin Anne Sexton. Improvisiert und komponiert. Was dabei herauskommt, ist eine spannungsreiche Performance in Klang, Wort und Bild für zwei Akteure, zwei Wasserrohre und einen Diaprojektor.
Thema ist die "Beziehung", als Baustelle, Waffenstillstand, alltäglicher Wahnsinn. Akustische und visuelle Metaphern für die Sehnsucht nach einem Zusammenleben und die Unmöglichkeit einer Zweisamkeit sind in einem dem jeweiligen Raum angepassten Ablauf verknüpft, dessen einzelne Parts improvisiert werden. Benutzt werden Soundgeneratoren unterschiedlichster Art von der Stimme bis zum Stahlrohr, Dias, Objekte wie Orangen, farbige Glühbirnen, Plastikfolie, Gummihandschuhe sowie Auszüge aus Gedichten amerikanischer LyrikerInnen.
In der Kölner Moltkerei sowie im Münsteraner cuba cultur wurden zwei nahezu identische Settings aufgebaut: Jeder Akteur arbeitet hinter einer Baustellenabsperrung mit Signallampen und einer aufgebockten, zwei Meter langen Stahlröhre, an deren aufs Publikum zuweisenden Enden jeweils ein Blecheimer steht. Der Schlagzeuger benutzt zusätzlich sein Improvisationsequipment wie verschiedene Becken, Schläger, Rasseln etc. Für die Plattform in Friedrichshafen wurde passend zum weitläufigen Raum eine stark bewegungsorientierte Performance entwickelt.
Mitten im Publikum steht ein Diaprojektor, der im zweiten Teil der Performance Bilder aus einer stillgelegten Kaserne zeigt.
Das Publikum steht auf einer abgegrenzten quadratischen Fläche in der Mitte des Raumes und kann beide Akteure gleichermaßen sehen. Es kann mitgestalten und eingreifen,  eine Verbindung zwischen den Akteuren, die sich nicht sehen können, herstellen. Das Publikum kann auch eigene Klänge in die Röhren geben, die von den Akteuren "beantwortet" werden. Die Grenze zwischen Akteuren und Publikum bleibt gewahrt oder verwischt sich, je nachdem, wie stark die Zuschauer an der Aktion teilnehmen. Die Röhren sind verlängerte Ohren, verlängerte Münder und Klangerzeuger aus sich selbst heraus. Sie werden in ihrer ursprüngliche Funktion benutzt, etwas von einem Ort zu einem anderen zu leiten. Das bezieht sich nicht nur auf die erzeugten Klänge, Wörter, Textfragmente, sondern ist auch materiell zu verstehen: durch die Röhren werden Wasser, Murmeln, Bälle geschickt, jedes Material erzeugt einen neuen Klang.
 
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